Die Danhausersche Möbelfabrik wird 1814 von dem Bildhauer Joseph Ulrich Danhauser (1780-1829), dem Vater des Malers Joseph, als eines der ersten Wiener Inneneinrichtungs-
unternehmen gegründet.
Durch die Verleihung eines eigenen Landesfabriksbefugnises ist es ihm möglich, sämtliche in Zusammenhang mit der Innenraumgestaltung stehenden handwerklichen Aspekte unter einem Dach zu vereinen und auszuführen. Dazu zählten in erster Linie die tischlerische Produktion von Möbeln, deren Tapezierung, die Verfertigung von
Beleuchtungskörpern, Gürtlerarbeiten, aufwendigen Vorhang- und Bettdraperien und deren Halterungsbehelfen bis hin zu kleinen plastischen Accessoires.
Er dokumentiert seine enorme Produktpalette in einem gezeichneten, zum Teil noch heute in ca. 2500 Zeichnungen in der Kunstblättersammlung des MAK erhaltenen, Sortimentkatalog. Er umfasst unter anderem 153 verschiedene Sesselmodelle, 56 Ruhebetten, 179 Lustermodelle und 124 Fensterdraperien, die jeweils innerhalb der Typen durchnummeriert sind.
Der Kundenkreis des Unternehmens erstreckt sich über den gesamten Bereich der österreichischen Monarchie und Deutschland mit eigenenen Verkaufslokal in Graz und Budapest. Sein bis heute bekanntester und aufwendigster Auftrag war die um 1822 erfolgte Neueinrichtung des Palais Erzherzog Karl (Albertina). In der Geschichte des Wiener Möbels und der Wiener Innenraumgestaltung nimmt die Danhausersche Möbelfabrik einen besonderen Platz ein.
Anhand der Danhauserschen Entwürfe lässt sich die Entwicklung eines anfänglich noch von französischen Vorbildern eines Percier und Fontaine abhängigen, sehr bald jedoch eigenständigen Wiener Möbelstils dokumentieren. Seine Qualität und Unverwechselbarkeit liegt in der harmonischen Verbindung von Abstraktion und Gegenständlichkeit, von Funktionalität und Gefühl. Dadurch kann er eine Vermittlerrolle zwischen Individualität und Anonymität einnehmen und zu einer der wichtigsten Inspirationsquellen der Moderne werden.
2 Servantes für Erzherzog Carl
Spiegelkommode eines Möbelpaares