Glasvitrine, 1822-25

STERBEZIMMER ERZHERZOG CARLS

 

Durch einen glücklichen Zufall konnte vor kurzem ein weiteres Möbelstück aus der originalen Einrichtung Erzherzog Karls für die Albertina aus Wiener Privatbesitz erworben werden.

Joseph Danhauser, Glasvitrine, 1822-25

Joseph Danhauser
Glasvitrine, 1822-25

Es handelt sich dabei um einen mit Mahagoni furnierten und mit vergoldeten Bronzen verzierten Vitrinenschrank, den die Danhauser’sche Möbelfabrik als Teil der von Kornhäusel geleiteten Neueinrichtung der Palasträume um 1822 geliefert hat.

 

Der Vitrinenschrank mit seinen hervorragenden vergoldeten Bronzeapplikationen ist das bislang spektakulärste und aufwendigst gearbeitete Möbel aus der Palasteinrichtung, das seinen Weg an seinen ursprünglichen Aufstellungsort wieder gefunden hat. Eine flüchtig hingeworfene Bleistiftskizze im  Bestand der Danhauser’schen Möbelzeichnungen identifiziert ihn als Chiffonière-Modell N° 12. Durch den Ankauf dieses Möbels konnte ein weiterer wichtiger Schritt zur seit Jahren angestrengten Wiederherstellung einer der prunkvollsten und qualitätvollsten Wiener Palaiseinrichtungen geleistet sowie ein einzigartiges Wiener Kulturgut für Wien gesichert werden.

 

Der Vitrinenschrank stand bis 1919 im so genannten Durchgangszimmer der Beletage des 1. Stocks des Palais Erzherzog Friedrich (Albertina). 1933 wurde er mit großen Teilen der Palasteinrichtung im Wiener Auktionshaus Kende versteigert. Im anlässlich der Enteignung und Räumung des Palais im Jahr 1919 erstellten Inventar der mobilen Einrichtung des Palais findet sich das Möbel als N° 124 in der Rubrik Schrankmöbel eingetragen.