SAMMLUNGSGESCHICHTE
DER SAMMLUNGSBEGRÜNDER: HERZOG ALBERT VON SACHSEN-TESCHEN
Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738-1822) begann 1770 mit dem systematischen Sammeln grafischer Blätter und Zeichnungen. Bewusst enzyklopädisch und bildungsorientiert ausgerichtet, entsprach die Sammlung ganz der aufgeklärten Geisteshaltung dieser Zeit.
1822, als Herzog Albert starb, umfasste sie rund 14.000 Zeichnungen und 200.000 druckgrafische Blätter, die in erstrangiger Qualität und universeller Zusammensetzung alle wichtigen
europäischen Kunstströmungen vom ausgehenden Mittelalter bis ins erste Viertel des 19. Jahrhundert repräsentieren.
Diese Kernbestände, die Herzog Albert als lehrreiche Zusammenschau über die Kunstentwicklung ab dem Spätmittelalter angelegt
hat, bilden die Basis der heutigen Albertina.
In ihrer fundamentalen Sammlungsstruktur unverändert, wurden die Bestände in der Folgezeit kontinuierlich erweitert und ergänzt. Hinzu kamen vorwiegend Werke der jeweils zeitgenössischen Kunstströmungen - eine Ausrichtung, die bis heute anhält.
DIE WEITERENTWICKLUNG DER HERZOGLICHEN SAMMLUNG 1822 BIS 1918
Der Neffe, Adoptivsohn und Universalerbe Herzog Alberts, Erzherzog Carl (1771-1847), und dessen Sohn Albrecht (1817-1895) verwalteten die Sammlung ab 1822 und erweiterten sie
vorwiegend mit zeitgenössischen Kunstwerken.
Die ab 1895 getätigten Erwerbungen ihres Nachfolgers, Erzherzog Friedrich (1856-1936), gingen der Sammlung allerdings größtenteils verloren, da sie ihm ab 1920 im Zug der Übernahme der Albertina in Staatsbesitz als Privateigentum überlassen werden mussten.
DIE GRAFISCHE SAMMLUNG ALBERTINA NACH 1918
Nach dem Ersten Weltkrieg und mit dem Ende der Monarchie wurde die Sammlung Herzog Alberts und seiner Erben im April 1919 Besitz der Republik Österreich. Im Dezember 1920 wurde sie per
Regierungsbeschluss mit den bedeutenden Kupferstichbeständen der ehemals kaiserlichen Hofbibliothek zusammengelegt. Zwei historische
Kollektionen allerersten Ranges bilden so den Kern der heutigen Albertina.
Die Sammlungserweiterung war zwischen 1923 und 1934 unter Alfred Stix (1882-1957) besonders vielseitig. Vor allem durch den
Zuwachs an französischen und deutschen Zeichnungen des bisher kaum vertretenen 19. Jahrhunderts konnten die Bestände komplettiert
werden.
In der Zeitspanne von 1934 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde schwerpunktmäßig die österreichische und deutsche Grafik
des 19. und
20. Jahrhunderts ausgebaut.
DIE ENTWICKLUNG DER ALBERTINA NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG
Die Sammlungserweiterung auf dem Gebiet der österreichischen Kunst blieb auch nach 1945 ein vorrangiges Anliegen der Albertina-Direktoren: Otto Benesch (1896-1964) brachte neben ergänzenden Altmeisterzeichnungen großartige Bestände von Egon Schiele, Gustav Klimt,
Oskar Kokoschka und Alfred Kubin in die
Sammlung ein. Walter Koschatzky (1921-2003) verdichtete die Zugänge speziell bei den Zeichnungen und Aquarellen des 19. Jahrhunderts, wie kapitale Werke von Rudolf von Alt, Peter Fendi und Thomas Ender zeigen. Darüber hinaus waren Benesch wie Koschatzky bestrebt, die vielfältigen Tendenzen der Kunst nach 1945 in der Albertina zu repräsentieren. Diesem Anspruch trug Konrad Oberhuber (1935-2007) mit verstärkten Ankäufen internationaler Arbeiten Rechnung.
Klaus Albrecht Schröder, seit 2000 Direktor der Albertina, konzentriert seine Ankaufspolitik auf internationale Gegenwartskunst
und zentrale Werke der österreichischen Kunst des 20. und
21. Jahrhunderts. Mit den Dauerleihgaben der Sammlungen Batliner, Forberg und Rheingold erfolgte nun eine wesentliche Bereicherung der internationalen klassischen Moderne sowie der zeitgenössischen Kunst in der Albertina.
Adresse und Erreichbarkeit
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| 1010 Wien | F +43 (0)1 534 83-430 |
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| Weitere Informationen |
Geschlossen: 15. Juli bis 15. August, 24. Dezember bis
7. Jänner, an gesetzlichen Feiertagen und bei Wartung
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