Der erste Weihnachtsbaum Österreichs stand in der Albertina

 

Die Geschichte des Christbaums in Österreich begann an einem Dezembertag im tief verschneiten Wien. 1823 plante Erzherzogin Henriette von Weilburg-Nassau, die Gattin Erzherzog Karls, das erste Weihnachtsfest im Audienzsaal ihres hochherrschaftlichen Wohnpalais, der heutigen Albertina.

Der Weihnachtsbaum in seinem traditionellen Aufputz im Audienzzimmer der Albertina

Der Weihnachtsbaum in seinem traditionellen Aufputz im Audienzzimmer der Albertina

Sie beschloss, ihren Kindern zuliebe den in Hessen praktizierten protestantischen Brauch des "Graßbaums" auch in Wien fortzuführen.

Zusammen mit Kaiser Franz I. versammelte sich die erzherzogliche Familie am Weihnachtsabend zum gemeinsamen Gebet und zum Singen traditioneller Lieder vor dem prächtig geschmückten Weihnachtsbaum. Als Erzherzog Johann, der Bruder Erzherzog Karls, am Weihnachtsabend anstelle einer Krippe einen strahlenden "Graßbaum", üppig geschmückt mit Zuckerwerk, Äpfeln und Kerzen vorfand, beklagte der als wohltätig und sparsam bekannte Habsburger den Prunk und den Überfluss an kostbaren Wachskerzen und Leckereien.

Der Kaiser ließ im Jahr darauf auch in der Hofburg eine prächtig geschmückte Tanne aufstellen und bereits wenige Jahre später besaß jede österreichische Familie einen Christbaum. Bis heute ist er untrennbar mit dem typisch österreichischen Weihnachtsfest verbunden.

So wie jedes Jahr erstrahlt der Christbaum auch heuer wieder in seinem traditionellen Aufputz und erinnert an jenen Dezembertag im Jahr 1823.