PAUL KLEE. FORMENSPIELE

9. Mai 2008 - 10. August 2008

Seit den 1980er Jahren ist die Carl Djerassi Collection am San Francisco Museum of Modern Art beheimatet.

 

Diese bemerkenswerte Sammlung widmet sich vor allem dem grafischen Werk Klees und bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die Komplexität seines Œuvres. Die Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Druckgrafiken schlagen einen Bogen von frühen Arbeiten bis hin zu den kraftvoll

und monumental wirkenden Gestaltungen der letzten Jahre.

Mit 67 Werken gelangt nun - dank der Großzügigkeit Carl Djerassis-ein wichtiger Teil dieser Sammlung an die Albertina. Werke aus den Beständen der Albertina, der Dauerleihgabe der Sammlung Forberg und der Sammlung Batliner, dem San Francisco Museum of Modern Art und weiteren internationalen Sammlungen und Museen vervollständigen den Blick auf das Schaffen

Paul Klees.

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Während der Ausstellung in der Albertina ist der Film  "Die Tunisreise" von Bruno Moll zu sehen.

 

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BILDERGALERIE

 

Paul Klee

Blau Mantel, 1940, 7 
Paul Klee

Hoffmaneske Märchenszene, 1921, 123 
Paul Klee

Nach 1915/29 (Engel bringt das Gewünschte), 1920, 91 
Paul Klee

Und schämt sich nicht, 1939, 9166 
 
Paul Klee

Fast getroffen, 1928, 143 
Paul Klee

Gebannter Blitz, 1927, 249 
Paul Klee

Schaukel, 1914, 17 
Paul Klee

Landung in Saloniki, 1915, 216 
 
Paul Klee

Fata Morgana zur See, 1918, 12 
Paul Klee

Wald bei G., 1925, 139 
Paul Klee

Porquerolles, 1927, 195 
Paul Klee

Hochachtend empfehlen sich: Klee, 1937, 205 
 
Paul Klee

Gartenhaus, 1929, 347 
Paul Klee

Das Märchen von den beiden Fischen, 1937 
Paul Klee

Abstraktion eines Motivs aus Hammamet, 1914, 49 
 

Paul Klees Œuvre umfasst mehr als 9.000 Werke, einen Großteil seines Werkes realisierte er in kleinformatigen Arbeiten. Klee begann seine Laufbahn als Zeichner, und die Zeichnung nimmt bis zu den späten Jahren einen wichtigen Platz in seinem Schaffen ein. Der von ihm selbst seit 1911 geführte Œuvrekatalog verzeichnet mehr als die Hälfte "einfarbige Blätter", wie Klee seine Handzeichnungen nannte.

Die Werke aus den eigenen Beständen der Albertina-besonders jene Werke, die mit dem Nachlass des Zeichners Alfred Kubin an die Albertina gelangten-beleuchten das frühe zeichnerische Schaffen Klees.

Zur farbigen Gestaltung und zur Abstraktion gelangte Paul Klee über die Beschäftigung mit dem Kubismus und der Farbtheorie von Robert Delaunay.

Bereits vor der Tunis-Reise im April 1914 hatte sich Klee intensiv mit Problemen der abstrakten Bildgestaltung beschäftigt. Für Klee bedeutete die Reise einen entscheidenden Wendepunkt in seiner künstlerischen Entwicklung: Er entdeckte endgültig die Farbe für seine Kunst.

Während des Ersten Weltkrieges tat Klee hinter der Front Dienst, seine Arbeit konnte er eingeschränkt fortführen. Klee entwickelte in diesen Jahren eine eigene künstlerische Sprache, die von der unverbrauchten schöpferischen Kraft der Kinderzeichnung inspiriert ist. Gestirne, Tiere, Pflanzen und Blumen, Figuren und Figürchen, Engel und Dämonen bevölkern seine Werke.

 

Öffentliche Anerkennung wurde Paul Klee durch die Berufung an das Weimarer Bauhaus 1920 zuteil. Paul Klee unterrichtete insgesamt zehn Jahre am Bauhaus. In Klees Schaffen der Bauhaus-Zeit kommt seine intensive Auseinandersetzung mit Farblehre und Farbtheorie zum Ausdruck, die Verwendung geometrischer Strukturen und konstruktive Tendenzen treten in den Vordergrund.

Nach der Übersiedlung nach Dessau 1925 konnte Klee die Ziele des Bauhauses mit seinen persönlichen Lebens- und Arbeitsvorstellungen nicht mehr in Einklang bringen. 1930 nahm er eine Stelle an der Kunstakademie Düsseldorf an. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 führte jedoch zur baldigen Entlassung des Künstlers und zu seiner Emigration in die Schweiz.

Zwischen 1933 und seinem Todesjahr 1940 schuf Paul Klee im Exil in der Schweiz ein großartiges Werk, das zu den bedeutendsten Spätwerken der Moderne zählt. Das Schaffen dieser Jahre ist geprägt von der Erfahrung der Emigration, aber auch dem Ausbruch der seltenen Autoimmunerkrankung Sklerodermie. Durch den Ausbruch der Krankheit geschwächt, musste Klee 1936 seine künstlerische Arbeit fast ganz einstellen.

Zwischen 1937 und 1940 entstand jedoch eine unglaubliche Fülle von Werken, darunter mehr als 1.000 Zeichnungen. Krankheit, Emigration und Todesnähe finden zahlreiche Spiegelungen und Brechungen in den Arbeiten dieser Zeit. Daneben stehen heitere und verspielte Werke, deren Leichtigkeit und feiner Witz an den Gleichmut erinnern, mit dem Klee die tragischen Umstände und seine schwere Erkrankung trug.

Paul Klee starb am 29. Juni 1940 in Locarno-Muralto.

 

DIE TUNISREISE

Im Jahr 1914 unternahm Paul Klee eine Reise nach Tunesien. Diese Reise in den Orient beeinflusste sein Leben und Schaffen nachhaltig.

 

Fast 100 Jahre später folgt der tunesische Filmemacher, Maler und Erzähler Nacer Khemir den Spuren Klees durch den Maghreb. Der Film "Die Tunisreise" von Bruno Moll begleitet Nacer Khemir auf seiner Reise und verbindet so zwei künstlerische Lebensgestaltungen in unterschiedlichen Zeiten. Er zeigt das Verbindende und verschweigt nicht das Trennende.