MICHELANGELO

ZEICHNUNGEN EINES GENIES

8. Oktober 2010 - 9. Januar 2011
Michelangelo Buonarroti, Drei stehende Männer in weiten Mänteln nach links gewendet, um 1492-96, Feder in Braun © Albertina, Wien
Michelangelo Buonarroti
Drei stehende Männer in weiten Mänteln nach links gewendet, um 1492-96 
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Die Albertina zeigt vom 8. Oktober 2010 bis zum 9. Jänner 2011 die erste große Michelangelo-Ausstellung seit mehr als zwanzig Jahren. Die Präsentation von 120 der kostbarsten Blätter ermöglicht einen umfassenden Einblick in das Schaffen des großen Genies. Die Zeichnungen kommen aus den eigenen Beständen der Albertina, aus bedeutenden europäischen und amerikanischen Museen - den Uffizien und der Casa Buonarroti in Florenz, dem Louvre in Paris, dem Metropolitan Museum in New York, dem Teylers Museum in Haarlem, der Royal Library in Windsor Castle (Privatbesitz der englischen Königin), dem British Museum in London - sowie aus Privatbesitz.

 

Die Auswahl der Werke konzentriert sich auf die figürlichen Zeichnungen, in denen der Künstler Körper von unbändiger Kraft und größten Energien zeigt, die das tiefe seelisches Empfinden und die inneren Spannungen seiner Gestalten sichtbar machen. Es sind Menschen von dramatischer Ausdruckskraft, die Michelangelo ins Monumentale und Heroische transformiert. Der Bogen spannt sich von der frühesten erhaltenen Zeichnung (einer Kopie nach Giotto), über die Entwürfe für die Schlacht von Cascina und die Vorzeichnungen für die berühmten Fresken in der Sixtinischen Kapelle bis hin zu den raffinierten Geschenkblättern für Michelangelos Freund Tommaso de´Cavalieri oder den späten Kreuzigungsdarstellungen des fast achtzigjährigen Künstlers. Ausführlich diskutiert werden auch die Projekte für die verschiedenen Päpste, denen der Meister diente: das Grabmal Julius´II., die Medici-Kapelle, das Jüngste Gericht oder die Entwürfe für die Kuppel von St. Peter. Die Auswahl ergänzen Arbeiten von Freunden und Künstlerkollegen, denen man früher oft Zeichnungen Michelangelos zugeschrieben hat, obwohl deren Stil vollkommen unterschiedlich ist. Malern wie Sebastiano del Piombo etwa half der Meister fortwährend, indem er ihm Ideen für seine Bilder lieferte. Zudem werden Gemälde und Reliefs gezeigt, die nach Entwürfen Michelangelos entstanden sind.

 

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Die Albertina erweitert für die großen Herbstausstellungen "Picasso: Frieden und Freiheit" sowie "Michelangelo. Zeichnungen eines Genies" ihre Öffnungszeiten. Die Ausstellungen können täglich von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr, mittwochs von 10.00 - 21.00 Uhr besucht werden.

 

BILDERGALERIE

 

Michelangelo Buonarroti, Stehender männlicher Rückenakt, 1501-04, Feder in Braun über Spuren einer Vorzeichnung in schwarzer Kreide © Albertina, Wien
Michelangelo Buonarroti
Stehender männlicher Rückenakt, 1501-04 
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Michelangelo Buonarroti, Männlicher Rückenakt mit Fahnenstange, um 1504 © Albertina, Wien
Michelangelo Buonarroti
Männlicher Rückenakt (Verso), um 1504 
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Michelangelo Buonarroti, Sitzender Jünglingsakt und zwei Armstudien, (Recto), um 1511. Rötel, weiß gehöht © Albertina, Wien
Michelangelo Buonarroti
Sitzender Jünglingsakt und zwei Armstudien, (Recto), um 1511 
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Michelangelo Buonarroti, Pietà, um 1530-36, Rötel über schwarzer Kreide und Griffelvorzeichnung © Albertina, Wien
Michelangelo Buonarroti
Pietà, um 1530-36 
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Michelangelo Buonarroti, Der auferstandene Christus, um 1532. The Royal Collection © 2008, Her Majesty Queen Elizabeth II
Michelangelo Buonarroti
Der auferstandene Christus, um 1532 
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Michelangelo Buonarroti, Madonna mit Kind, 1520-25 © Casa Buonarroti, Florenz
Michelangelo Buonarroti
Madonna mit Kind, 1520-25 
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Michelangelo Buonarroti, Studie eines gesenkten Kopfes sowie Detail der Augenpartie © Fondazione Casa Buonarroti, Florenz
Michelangelo Buonarroti
Studie eines gesenkten Kopfes sowie Detail der Augenpartie 
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Michelangelo Buonarroti, Studien für die »Libysche Sibylle« (Recto), Metropolitan Museum of Art, New York © 2009. The Metropolitan Museum of Art/Art Resource/Scala, Florenz
Michelangelo Buonarroti
Studien für die »Libysche Sibylle« (Recto) 
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Durch eine Projektion der monumentalen Fresken der Sixtinischen Kapelle, die Einbeziehung von Gipsabgüssen nach den Marmorskulpturen Michelangelos und durch weiteres Anschauungsmaterial will die Albertina auch neue Wege in der didaktischen Präsentation beschreiten.

Vor drei Jahren begann Kurator Dr. Achim Gnann mit der Vorbereitung der Ausstellung. Sein Ziel war es, die bisweilen umstrittene Datierung der Zeichnungen neu zu untersuchen und die chronologische Entwicklung des Stils mit aller Klarheit herauszuarbeiten. Damit sind wesentlich neue Erkenntnisse über Michelangelos so einzigartige Zeichnungen zu erwarten. Es sind unschätzbar wertvolle Meisterwerke eines Genies von größtem Ideenreichtum und schier übermenschlicher Schöpferkraft.