Die grafische Sammlung der Albertina verwahrt einen weltweit bedeutenden Bestand niederländischer Zeichnungen. Dieser Umstand ermöglicht es, die niederländische Zeichenkunst in dieser Ausstellung in ihrer gesamten Vielfalt darzustellen. Eine hochkarätige Auswahl von 170 Werken, darunter größere Werkgruppen von Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel, Maarten van Heemskerck, Hendrick Goltzius, Rembrandt, Anton van Dyck und Peter Paul Rubens, ist in der umfassenden Jubiläumsausstellung, mit der die Albertina den 10. Jahrestag ihrer Wiedereröffnung feiert, zu sehen.
Alle in der Ausstellung gezeigten Werke wurden vom Gründer der Sammlung, Herzog Albert von Sachsen Teschen (1738-1822) persönlich
erworben. Dass die Albertina einen hochkarätigen Ausblick auf zwei Jahrhunderte niederländischer Zeichenkunst bieten kann,
ist allein ihm zu verdanken. Albert begann in den 1760er-Jahren mit dem Aufbau seiner Sammlung, die von Anfang an auf die
graphischen Künste spezialisiert war. Seine Vorliebe galt bildhaft komponierten Zeichnungen, wobei ihm die Kunst aus den Niederlanden
besonders am Herzen lag. Die Ausstellung der Höhepunkte dieser mit Leidenschaft zusammengetragenen Sammlung stellt somit auch
eine Referenz an den Namenspatron der Albertina dar.
Eine zeitgenössische Position ergänzt und reflektiert die Sammlungsbestände: Der belgische Künstler Antoine Roegiers (*1980) ist mit seinem Animationsfilm und Zeichnungen zu Pieter Bruegels "Sieben Todsünden innerhalb der Ausstellung zu sehen.
Vortragsprogramm im Rahmen der Ausstellung
jeweils Mittwoch, 18.30 Uhr im Musensaal der Albertina - bei freiem Eintritt:
24. April: Dr. Erwin Pokorny
Baummensch und Korbmännchen. Autonome Zeichnung und Skizze bei Hieronymus Bosch
15. Mai: Dr. Thomas Ketelsen
Zeichnen im Zeitalter Bruegels. Zwischen Innovation und copy & paste
29. Mai: Prof. Dr. Reinhold Baumstark
Über die Verfertigung der Gedanken beim Erzählen in Bildern.
Aspekte zu Rubens Zeichenkunst
12. Juni: Dr. Holm Bevers
Rembrandt legt die Bibel aus. Bemerkungen zur Wiener Jonas-Zeichnung