WALTON FORD

BESTIARIUM

18. Juni 2010 - 10. Oktober 2010
Walton Ford
Baba-B.G., 1997

Die Albertina zeigt ab dem 18. Juni 2010 erstmalig
in Österreich das Werk des amerikanischen Künstlers Walton Ford (geb. 1960). Die Ausstellung versammelt 22 großformatige Arbeiten des Künstlers aus den letzten 10 Jahren.

Ein wilder Truthahn, der einen kleinen Papagei mit seinen Klauen zerquetscht, eine Affenhorde, die einen sorgsam gedeckten Tisch verwüstet oder ein Büffel, umgeben von einem Rudel blutver-schmierter Wölfe inmitten eines gepflegten französischen Gartens. Ford malt mit der erprobten Technik eines naturwissenschaftlichen Zeichners. Seine Werke pulsieren von der Intensität beklemmender Vertrautheit; sie sind zugleich beruhigend durch ihren Stil und verstörend durch ihren Inhalt. Mit Titeln wie "An Encounter with Du Chaillu", "Borodino", "The Sensorium" oder "Royal Menagerie at the Tower of London" verwischen seine Zeichnungen nicht nur die Trennlinie zwischen Mensch und Tier, sondern öffnen auch die Tür zu einer Welt aus Fantasien und Träumereien.

 

Mehr...

 
 

 

Walton Ford
Baba-B.G., 1997

Künstlergespräch mit Walton Ford

Mitschnitt vom Künstlergespräch am 16. Juni 2010

Mit Walton Ford sprach Michael Fleischhacker, Chefredakteur der Tageszeitung "Die Presse".

Das Gespräch wurde in englischer Sprache geführt.

 

Mehr...

 

 

 

 

 

 

 

 

BILDERGALERIE

 

Walton Ford

Royal Menagerie at the Tower of London, 2009 
Walton Ford

Falling Bough, 2002 
Walton Ford

Royal Menagerie at the Tower of London, 2009 
Walton Ford

A Monster From Guiny, 2007 
 
Walton Ford

Moriré de Cara al Sol, 2004 
Walton Ford

The Sensorium, 2003 
Walton Ford

Eothen, 2001 
Walton Ford

Sensations of an Infant Heart, 1999 
 
Walton Ford

An Encounter with Du Chaillu, 2009 
Walton Ford

Jack On His Deathbed, 2005 
Walton Ford

Chingado, 1998 
 

 

Walton Fords stets lebensgroße, alle Einzelheiten abbildende Tieraquarelle erscheinen auf
den ersten Blick unzeitgeistig zu sein und hinterfragen daher sogleich die eingefahrenen Erwartungshaltungen gegenüber dem Regelwerk zeitgenössischer Ästhetik. In ihrem altmeisterlichen Stil erinnern und zitieren Walton Fords farbenprächtige Bilder die Natur-
und Tierdarstellungen berühmter Künstler des 19. Jahrhunderts. Sie erscheinen als Widerhall vergangener kolonialer Zeiten und verknüpfen das vermeintlich Überwundene mit aktuellen Szenen. In seinen narrativen Arbeiten erweist sich Ford als ein Künstler, der das Tradierte variiert, um ein bildnerisches Universum unendlich komplexer und verstörender Anspielungen zu entwerfen. Seine Tierdarstellungen zeugen von großem kunst- und naturwissenschaftlichem Wissen auf der Suche nach Analogien zwischen Gestern und Heute. Sie entwerfen ein zeitgenössisches "Bestiarium" von eindringlicher Imaginationskraft.

Schon früh faszinierten Walton Ford, der 1960 in Larchmont im Staat New York geboren wurde
und heute in den Bergen der Berkshires in Massachusetts lebt, die Ausstellungsstücke des Naturkunde-museums von New York. Besonders intensiv setzte er sich mit Werken des US-amerikanischen Ornithologen und Tierzeichners John James Audubon (1785-1851) auseinander. Auf der Suche nach Analogien zwischen Gestern und Heute entstehen seit den 90er Jahren Bilder, in denen Walton Ford detailreiche Darstellungen von Naturgeschichte mit aktuellen Auffassungen und kritischen Kommentaren überblendet und in altmeisterlicher Schrift Textquellen vergangener Jahrhunderte zitiert. Mit seinen Werken, die sich wie Satiren auf politische Unterdrückung und die Ausbeutung der Umwelt lesen, hinterfragt er das seit der Renaissance vorherrschende Diktum des "Immer Neuen", "Immer Besseren". Zugleich stellt er eingefahrene Erwartungshaltungen gegenüber dem Regelwerk zeitgenössischer Ästhetik zur Diskussion. Farbenprächtig öffnen seine Bilder den Blick für eine Wirklichkeit, die wir verdrängt oder vergessen haben.
Mit seinem Werk, das als Solitär aus der Gegenwartskunst herausragt und in den USA bereits große Aufmerksamkeit auf sich zog, zeigt sich der Künstler bewusst als ein Outsider im zeitgenössischen Kunstbetrieb.

Partner für das musikalische Rahmenprogramm

 

Zurück