Uraufführung | Hermann Nitsch: 2. Streichquartett

Uraufführung im Rahmen der Ausstellung „NITSCH. Räume aus Farbe“ der Albertina am Mittwoch, 29. Mai 2019

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Die Uraufführung des Streichquartett Nr. 1 in 4 Sätzen von Hermann Nitsch am 17. Dezember 2015, bei der Veranstaltung SATURNALIA II, im Rahmen der Konzett-Konzept-Konzerte (einer Projektserie zum Thema „Kunst, Musik und die Praxis dazwischen“ der Galerie Konzett) war ein triumphaler Erfolg für den Meister des Orgien Mysterien Theaters. Damals wurde das 4-sätzige Werk in einer komprimierten, 30-minütigen Fassung gespielt, denn die ursprüngliche Intention des Komponisten (60 Minuten) hätte den Rahmen gesprengt. Diese Sprengkraft zeichnet auch das 2. Streichquartett von Nitsch aus.

Er notiert seine Musik nicht in Notenschrift, sondern teilt die einzelnen Sätze in Zeitabschnitte von 1 Minute Dauer und legt Klangereignisse, Dauern, Dynamik und Aktionen mit Worten oder Zeichen genau fest. Seine Anweisungen lauten z. B.: tiefer Klang, Ganzton-Cluster, D-Moll, F-Dur oder Lärm, im 3. Satz des 1. Quartetts hieß es 4 Schuhplattler gleichzeitig; eine sehr ungewöhnliche, aber faszinierende Konstellation. Faszinierend war für Michael Mautner auch die Transkriptionsarbeit an diesem Werk. An sich könnte man aus seinen Partituren selbst spielen, aber bei knapper Probenzeit muss in Notenschrift übertragen werden.

Nitsch schreibt musikalische Vorgänge, die keinem akademischen Komponisten jemals einfallen würden, deren Sinnhaftigkeit sich aber bei einer gelungenen Aufführung nachhaltig erschießen. Seine musikalischen Ideen sind von einer stringenten Dramaturgie geprägt, die an Interpretierende wie Zuhörende hohe Anforderungen stellt. Wer sich diesen Anforderungen mit offenen Ohren hingibt, wird reich belohnt. Die archaische Kraft, die leuchtenden Klangfarben, aktionistische Raserei im Wechsel mit der endlosen Schönheit reiner Akkorde, sind ein im höchsten Maße sinnliches Erlebnis, gleichsam Räume aus Klängen.

Hermann Nitsch Streichquartett Nr. 2 in 6 Sätzen für 2 Violinen, Viola und Violoncello, Transkription von Michael Mautner

1. Satz 18'
2. Satz 18'
3. Satz 6'

Pause

4. Satz 18'
5. Satz (Krebs-Landler) 15'
6. Satz 15'

Es spielt das Koehne Quartett:

Joanna Lewis – 1. Violine
Anne Harvey-Nagl – 2. Violine
Lena Fankhauser – Viola
Mara Achleitner – Violoncello

Fotos © Skye Kiss & © Andrej Grilc
Fotos © Skye Kiss & © Andrej Grilc

Die nächsten Termine

Mi 29 Mai

18:30 - 19:30