Kunstpatenschaft Klebebände: Alte Drucke auf neuen Wegen

Die Vergangenheit – eine kurze Kunstgeschichte

Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738–1822) ist Gründer und Namensgeber der Albertina. Er begann seine Sammlungstätigkeit mit dem Erwerb von Druckgraphik. Heute gilt dieses „große Weltwissen in Bildern“ als eine der bedeutendsten Sammlungen. Sie galt schon zu Lebzeiten des Herzogs als eine der vollständigsten und schönsten der Welt und konnte in den nachfolgenden zwei Jahrhunderten kontinuierlich vermehrt werden.
Über 400.000 graphische Blätter wurden in mehr als 1400 kunstvoll verarbeiteten Bänden geordnet und fixiert. Die Klebebände spiegeln das Wissen und die Ästhetik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wider. Auf höchstem künstlerischem Niveau geben sie eine Übersicht über die bildnerische Produktion seit der frühen Renaissance. Darüber hinaus bietet jeder der vornehm ausgestatteten Bände auch ein sorgfältig kalkuliertes ästhetisches Erlebnis.

Detailaufnahme eines über die Jahre zu Schaden gekommenen Klebebands.

Die Gegenwart – Schäden und Schätze

Zum allergrößten Teil sind die Inhalte der Klebebände noch nicht durch moderne Findmittel erschlossen. Somit sind die meisten Blätter nur schwer auffindbar. Brillante Zufallsfunde beweisen, dass sich in den Klebebänden noch zahlreiche bislang unbekannte Meisterwerke und wahre Schätze verbergen. Jedoch sind im Laufe der Zeit die Klebebände und deren Inhalte nicht nur in die Jahre sondern auch zu Schaden gekommen. Die 400.000 Druckgraphiken müssen sorgfältig restauriert werden. Eine Aufarbeitung des Bestandes dringendst notwendig: Die Bände werden restauratorisch gesichert und von Schmutz gereinigt, lose Einzelblätter werden fixiert und inventarisiert.
Erst dann können sie digitalisiert werden. Diese Schritte sind äußerst aufwendig, personalintensiv und mit hohen Kosten verbunden.

In aufwendiger Handarbeit werden die Werke restauriert.

Die Zukunft – Ihre Hilfe für die Ewigkeit

Die digitale Erschließung der Bände wird ein virtuelles Durchblättern und damit ein rasches Erfassen des Sammlungsinhalts ermöglichen. Dadurch werden die historischen Volumina mit ihren kostbaren Ledereinbänden künftig geschont, da ein direkter Zugriff auf die empfindlichen Originale nur noch in Ausnahmefällen erfolgen muss. Über die Online-Datenbank der Albertina soll dieses weltweit nahezu einzigartige Monument der internationalen wissenschaftlichen Forschung und jedem an Kunst Interessiertem zugänglich gemacht werden. Die wertvollen Werke werden für die Ewigkeit gesichert!

In diesen Klebebänden verbirgt sich jahrhundertealtes Wissen.

Dieses weltweit nahezu einzigartige Kulturerbe muss erhalten und allen an Kunst interessierten Menschen von jedem Ort der Welt aus zugänglich gemacht werden. Dafür benötigen wir bitte Ihre finanzielle Unterstützung!