Modigliani

Bis 9. Januar 2022

modigliani.albertina.at
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Er war zeitlebens von Armut, Schicksalsschlägen, Drogenexzessen und schwerer Krankheit gezeichnet, konnte nur mit seiner Kunst für Miete und das Nötigste zum Überleben aufkommen. Heute zählt der 1920 im Alter von nur 35 Jahren verstorbene Künstler aus Livorno, Amedeo Modigliani, zu den teuersten Künstlern der Geschichte, dessen Bilder dreistellige Millionenbeträge erzielen.

Die Wiener ALBERTINA würdigt Amedeo Modigliani (1884-1920) anlässlich seines 100. Todestages mit einer spektakulären, ca. 130 Objekte aus drei Kontinenten umfassenden Retrospektive. Die ursprünglich für das Jubiläumsjahr 2020 geplante Schau wurde aufgrund der Pandemie verschoben: Nun wird dieser faszinierende, unverkennbare Künstler erstmals auch in Österreich gezeigt. Die Ausstellung vereint Hauptwerke aus den renommiertesten Museen und Privatsammlungen von den USA bis Singapur, von Großbritannien bis Russland mit größeren Leihgaben aus dem Musée Picasso-Paris und der Sammlung Jonas Netter, der ein großer Förderer Modiglianis zu seinen Lebzeiten war. Sie wird den Künstler innerhalb eines einzigartigen Kreises von Avantgardemalern verorten.

Das Leben Modiglianis, des früh gescheiterten Bildhauers, lässt sich an Dramatik kaum überbieten: Bereits im Alter von von elf Jahren litt Modigliani an einer schweren Rippenfellentzündung. Mit 14 Jahren erkrankte er an Typhus, einer seinerzeit als tödlich geltenden Krankheit. Später litt er an chronischer Tuberkulose, die den nur 35-Jährigen im Januar 1920 letztlich das Leben kostete. Zwei Tage später nahm sich seine im achten Monat schwangere Verlobte, Jeanne Hébuterne, das Leben.

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Kunst zwischen Archaik und Avantgarde

Modigliani bezog sich in seinen Werken einerseits auf die Renaissance, griff aber andererseits auch afrikanische, ägyptische, ostasiatische und griechisch-archaische Kunst auf. Auf diese lebenslange Auseinandersetzung mit den Ursprüngen der Kunst legt die einzigartige Schau der ALBERTINA besonderes Augenmerk: Dem OEuvre Modiglianis werden Werke seiner Gegenspieler Pablo Picasso, Constantin Brâncuşi und André Derain sowie Artefakte prähistorischer und außereuropäischer Weltkulturen gegenübergestellt.

Modiglianis legenden-umwobenes Leben und sein künstlerischer Grenzgang nehmen in der Kunstgeschichte eine besondere Rolle ein: Und das ohne dass er im strengen Sinne Wegbereiter oder Vorreiter gewesen wäre. Er befand sich inmitten des Pariser Montmartre
mit den Größen seiner Zeit in Austausch und hinterlässt uns eindrucksvolle Porträts von Picasso, Constantin Brâncuşi oder Diego Rivera – und doch blieb er zeitlebens unerkannt. Auch Skandale um seine vorgeblich pornografischen Bilder hemmten den Erfolg. Der italienische Künstler blieb stets ein Außenseiter und Einzelgänger, der seinen eigenen Stil verfolgte. Und doch stellt sein Brückenschlag zwischen moderner Kunst und Jahrhunderte zurückliegenden Epochen einen bis heute aktuellen, herausragenden und völlig individuellen Beitrag in der Kunstgeschichte dar.

Kuratiert wird die Schau von Marc Restellini, Kunsthistoriker und Herausgeber des Werkverzeichnisses der Gemälde Amedeo Modiglianis.

Modigliani. Revolution des Primitivismus ist von 17. September 2021 bis 9. Jänner 2022 zu sehen.

Diese Ausstellung wird mit besonderer Unterstützung des Musée national Picasso-Paris organisiert.

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Bildergalerie – 40 Bilder
Porträt eines jungen Mannes mit Mütze
Amedeo Modigliani | Junger Mann mit Mütze, 1918 | © Detroit Institute of Arts / Bridgeman Images
Portrait eines Mannes
Pablo Picasso | Brustbild eines Mannes (Studie zu Les Demoiselles d'Avignon), 1907 | Photo © Succession Picasso / Bildrecht Wien, 2021 / RMN-Grand Palais (Musée national Picasso-Paris) / Adrien Didierjean
Skulptur in Form eines Kopfes
Amedeo Modigliani | Kopf, 1911/12 | © Minneapolis Institute of Arts. Gift of Mr. and Mrs. John Cowles / Bridgeman Images
Pablo Picasso | Karyatide, 1908 | © Succession Picasso / RMN-Grand Palais (Musée national Picasso-Paris) / Mathieu Rabeau
Pablo Picasso | Karyatide, 1908 | © Succession Picasso / RMN-Grand Palais (Musée national Picasso-Paris) / Mathieu Rabeau

 

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